Eine professionelle Website erstellen, ohne programmieren zu können? Website-Baukästen machen genau das möglich. Vorlagen auswählen, Farben anpassen, Texte einfügen und veröffentlichen. Für manche Unternehmen ist das vollkommen ausreichend. Für andere wird der Baukasten nach einiger Zeit zur Einschränkung.
Deshalb lautet die richtige Frage nicht: Was ist besser – Baukasten oder Agentur? Sondern: Welche Lösung passt zu meinem Unternehmen?
Wann ein Website-Baukasten sinnvoll ist
Baukästen haben einen grossen Vorteil: Der Einstieg ist einfach. Wer gerade ein Unternehmen gründet und zunächst nur eine kleine digitale Präsenz benötigt, kann damit relativ schnell online gehen. Für eine einfache Website mit wenigen Seiten können vorhandene Vorlagen ausreichend sein.
Auch das Budget spielt eine Rolle. Wenn momentan nur ein sehr kleines Budget zur Verfügung steht, kann ein Baukasten eine pragmatische Übergangslösung sein. Eine einfache Website ist häufig besser als überhaupt keine Website.
Der versteckte Aufwand beim Selbermachen
Do it yourself bedeutet allerdings nicht ohne Kosten. Die wichtigste versteckte Ressource ist Zeit. Eine Vorlage muss ausgewählt werden. Texte müssen geschrieben werden. Bilder müssen vorbereitet werden. Mobile Ansichten müssen kontrolliert werden. Formulare, Domain und weitere Einstellungen müssen eingerichtet werden.
Wenn die Geschäftsleitung 30 oder 40 Stunden an einer Website arbeitet, haben auch diese Stunden einen wirtschaftlichen Wert. Deshalb sollte nicht nur der monatliche Preis des Baukastens betrachtet werden.
Vorlagen haben Grenzen
Templates sind bewusst für viele unterschiedliche Unternehmen entwickelt. Das macht sie flexibel. Gleichzeitig kann genau das zum Nachteil werden. Ein individuelles Unternehmen wird in eine bereits vorhandene Struktur eingefügt. Das funktioniert gut, solange die Anforderungen zur Vorlage passen.
Schwieriger wird es, wenn das Unternehmen eine besondere Seitenstruktur, spezifische Funktionen oder einen eigenständigen Markenauftritt benötigt. Dann beginnt häufig der Versuch, die Vorlage immer weiter anzupassen. Irgendwann wird aus der einfachen Lösung eine komplizierte Zwischenlösung.
Was macht eine Agentur anders?
Eine Agentur sollte nicht einfach dasselbe Template teurer verkaufen. Der eigentliche Wert beginnt vor dem Design. Was soll die Website erreichen? Welche Zielgruppen besuchen sie? Welche Informationen sind besonders wichtig? Wie sollen Besucher durch die Seite geführt werden? Welche Funktionen werden heute und möglicherweise später benötigt?
Auf Basis dieser Fragen kann eine individuelle Struktur entstehen. Design und Technik folgen anschliessend den Anforderungen des Unternehmens – nicht umgekehrt.
Individuelles Design
Eine professionelle Unternehmenswebsite sollte zur Marke passen. Das bedeutet nicht, dass jede Website völlig experimentell aussehen muss. Gerade bei Schweizer KMU können Klarheit, Vertrauen und Professionalität wichtiger sein als spektakuläre Effekte.
Individualität zeigt sich häufig in Details. Typografie. Abstände. Bildsprache. Navigation. Animationen. Art der Präsentation von Leistungen und Referenzen. Zusammen erzeugen diese Elemente einen Auftritt, der stärker zum Unternehmen gehört als eine generische Vorlage.
Was passiert bei zukünftigen Anforderungen?
Heute benötigt das Unternehmen vielleicht nur fünf Seiten. In einem Jahr soll ein Blog hinzukommen. Später ein Kundenbereich. Dann eine CRM-Integration. Oder eine zusätzliche Sprache. Deshalb sollte bei der Wahl der technischen Lösung nicht nur die aktuelle Situation berücksichtigt werden.
Wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Website weiterentwickelt? Eine günstige Lösung kann teuer werden, wenn sie nach kurzer Zeit komplett ersetzt werden muss.
Support macht einen Unterschied
Beim Baukasten liegt ein grosser Teil der Verantwortung beim Unternehmen selbst. Das ist für technisch interessierte Personen möglicherweise kein Problem. Andere möchten sich lieber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
Eine Agentur kann Konzeption, Design, Entwicklung und langfristige Betreuung übernehmen. Dadurch entsteht ein Ansprechpartner, der die technische Verantwortung mitträgt. Gerade bei KMU ohne eigene IT- oder Marketingabteilung kann das ein wichtiger Vorteil sein.
Wann ist eine Agentur sinnvoller?
Eine Agentur wird interessanter, wenn die Website einen wichtigen Teil deines Unternehmens darstellt. Wenn sie regelmässig Kunden gewinnen soll. Wenn dein Markenauftritt eine wichtige Rolle spielt. Wenn individuelle Funktionen benötigt werden. Wenn mehrere Systeme miteinander verbunden werden sollen. Oder wenn du schlicht nicht selbst Stunden mit technischen und gestalterischen Entscheidungen verbringen möchtest.
In diesen Fällen kann die höhere Anfangsinvestition langfristig sinnvoller sein.
Vorsicht vor der Zwischenlösung
Es gibt noch eine dritte Kategorie: Eine Website zum Agenturpreis, die praktisch nur aus einem leicht angepassten Standard-Template besteht. Deshalb solltest du bei Angeboten nachfragen. Was wird individuell entwickelt? Wie entsteht das Design? Welche Leistungen sind enthalten? Wie werden Änderungen nach dem Launch behandelt? Wem gehören Domain, Inhalte und Zugänge?
Je transparenter diese Fragen beantwortet werden, desto besser kannst du Angebote vergleichen.
Fazit
Website-Baukästen und Agenturen erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Für kleine, einfache Projekte kann ein Baukasten vollkommen ausreichen. Sobald die Website jedoch eine wichtige Rolle bei Markenauftritt, Kundengewinnung oder digitalen Prozessen spielt, bietet eine individuelle Lösung mehr Möglichkeiten.
Entscheidend ist deshalb nicht, welche Variante grundsätzlich besser ist. Entscheidend ist, welchen Stellenwert die Website für dein Unternehmen hat. Bei webChange schauen wir deshalb zuerst auf das Projekt und die Anforderungen.
Du möchtest wissen, was das für dein Unternehmen bedeutet?